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Jahreskreisfeste – eine Übersicht durchs Naturjahr

Jahreskreisfeste Übersicht

Die Jahreskreisfeste helfen uns, den natürlichen Rhythmus des Jahres wieder bewusster wahrzunehmen. Statt ständigem Vorwärts geht es um Kreisläufe: Werden und Vergehen, Licht und Dunkelheit, Aktivität und Ruhe. Hier in dieser Übersicht zu den Jahreskreisfesten erfährst du, wann welches Fest gefeiert wird, worum es geht und wie du die Jahreskreisfeste leicht erleben kannst.

Was sind Jahreskreisfeste?

Die Jahreskreisfeste sind Feste, die sich gleichmäßig durchs Jahr ziehen. Sie markieren Naturzyklen. Schon in alten Zeiten gab es diese Feste als Ausdruck der Verbundenheit mit Sonne, Mond und Jahreszeiten. Besonders die Kelten in Mitteleuropa und den britischen Inseln haben diese Feste stark geprägt. Sie haben viele Bräuche überliefert, die wir heute noch kennen. Die modernen Namen wie Imbolc, Beltane oder Samhain stammen aus diesem keltischen Raum. Doch viele Traditionen sind sogar noch älter. Sie gehen teilweise auf bäuerliche Rituale zurück, die die Sonnenwenden und Erntezeiten markierten.

Mit der Zeit wurden einige dieser alten Feste durch kirchliche Feiertage ersetzt oder mit ihnen verschmolzen. So liegt Samhain zum Beispiel nahe an Allerheiligen und wurde zum heutigen Halloween. Yule wurde zu unserem heutigen Weihnachten. Ursprünglich orientierten sich die Jahreskreisfeste stark an Sonnenfesten (Winter- und Sommersonnenwende) und den Kreuzquartalsfesten (den Zwischenfesten), die den Rhythmus von Licht und Dunkelheit sichtbar machten. Jedes Fest hatte seine eigene Bedeutung wie zum Beispiel Neubeginn, Wachstum, Ernte oder Rückzug.

Heute dienen die Jahreskreisfeste vor allem dazu, die Natur bewusst zu erleben. Wir wollen die Jahreszeiten spüren und kleine Rituale in den Alltag integrieren. Sie verbinden alte Traditionen mit einem modernen, naturverbundenen Lebensgefühl. Um die Jahreskreisfeste besser kennenzulernen habe ich hier einmal eine Übersicht erstellt.

Jahreskreisfeste Übersicht

Imbolc – das erste Licht

Imbolc, auch Lichtmess genannt, ist das erste der acht Jahreskreisfeste in unserer Übersicht. Es wird Anfang Februar gefeiert und markiert den leisen Neubeginn nach dem Winter. Zwar ist die Natur noch karg, doch unter der Erde regt sich trotzdem schon das Leben. Traditionell steht das Fest für Reinigung, Licht und Hoffnung. Heute kann man diese Zeit nutzen, um innezuhalten, erste Samen zu säen oder Kerzen anzuzünden. Kinder können über Wünsche für das neue Jahr sprechen oder kleine Samen pflanzen.

Räucheridee: Weißer Salbei oder Lavendel – reinigend und lichtbringend.

Feierideen: Kerzen oder Lichter anzünden, Fenster oder Haus symbolisch reinigen, Samen pflanzen, mit Kindern über Wünsche sprechen.

Ostara – Frühling & Gleichgewicht

Ostara, heute als Ostern gefeiert, fällt um die Tag-und-Nacht-Gleiche im März. Tag und Nacht sind gleich lang, und der Frühling beginnt sichtbar zu wachsen. Das Fest steht für Gleichgewicht, Aufbruch und Fruchtbarkeit. Blumen sprießen, Vögel kehren zurück, und die Natur erwacht. Traditionell werden Eier gefärbt und Blumen gesammelt. Mit Kindern kann man bunte Eier färben oder kleine Gartenprojekte starten.

Räucheridee: Rosmarin oder Wacholder – belebt und energetisiert, fördert Wachstum.

Feierideen: Eier färben, Frühblüher draußen entdecken oder schneiden, Gartenbeete vorbereiten, kleine Balancierübungen draußen mit Kindern.

Beltane – Lebensfreude und Wachstum

Beltane, das viele heute mit der Walpurgisnacht verbinden, wird am 1. Mai gefeiert. Es ist ein Fest der Lebenslust, des Wachstums und der Verbindung zur Natur. Alles blüht und sprießt, und draußen zu sein ist besonders schön. An solchen Tagen bietet es sich an, Blumenkränze zu binden, zu tanzen oder sogar barfuß zu laufen. Die Walpurgisnacht hat ihren Ursprung in alten Bräuchen, um den Frühling zu begrüßen und böse Geister fernzuhalten. Heute kann man die Nacht nutzen, um Feuer zu entzünden, kleine Rituale zu gestalten oder einfach die Natur in voller Blüte zu genießen. Kinder lieben es, Blüten zu sammeln, Girlanden zu basteln oder kleine Feuer zu beobachten.

Räucheridee: Johanniskraut oder Rosenblüten – unterstützt Freude, Liebe und Lebensenergie.

Feierideen: Blumenkränze oder Girlanden basteln, draußen tanzen, barfuß laufen, kleine Naturspiele und Mini-Tanzkreise mit Kindern, Walpurgisnacht-Feuer beobachten.

Litha – Sommersonnenwende

Litha fällt um den 21. Juni, den längsten Tag des Jahres. Die Sonne steht hoch, alles ist hell und voller Kraft. Das Fest steht für Fülle, Dankbarkeit und Sonnenkraft. Rund um die Sonnenwende bietet sich an, Feuer zu entzünden, Kräuter zu sammeln und draußen zu feiern. Kinder können die Natur entdecken, Pflanzen sammeln oder kleine Rituale mit Kerzen machen.

Räucheridee: Johanniskraut, Lavendel oder Beifuß – kraftvoll und sonnig.

Feierideen: Sonnenwendfeuer oder Kerzen anzünden, Kräuter sammeln, Picknick draußen, Sonnenmandalas aus Blättern und Blumen legen.

Lughnasadh (Lammas) – erste Ernte

Lughnasadh am 1. August feiert die erste Ernte. Auch wenn noch nicht alles reif ist, so ist doch bereits genügend vorhanden, und deshalb können wir dankbar sein. Das Fest steht für Ernte, Anerkennung und Wertschätzung. Diese Zeit lädt dazu ein, Brot zu backen und Beeren zu sammeln. Kinder können helfen, Früchte zu pflücken oder kleine Brote zu formen.

Räucheridee: Getreide, Mais oder Eichenholz – erdend und dankbar.

Feierideen: Brot backen, Früchte oder Beeren ernten, Dankbarkeitsaltar gestalten, mit Kindern Sammelaktionen und kleine Naturspiele.

Mabon – Herbst-Tagundnachtgleiche

Mabon fällt um den 22./23. September und markiert das zweite Gleichgewicht des Jahres. Die Ernte ist eingebracht, die Natur bereitet sich auf den Rückzug vor. Das Fest steht für Dankbarkeit, Loslassen und Balance. So entsteht die Möglichkeit, einen Erntealtar zu gestalten oder Dankbarkeitsrituale zu leben. Kinder können Naturmaterialien sammeln oder Dankbarkeitssteine bemalen.

Räucheridee: Zimt, getrocknete Apfelstücke oder Beifuß – unterstützt Dankbarkeit und Rückzug.

Feierideen: Erntealtar gestalten, Dankbarkeitsrituale, Herbstspaziergang und Naturmaterialien sammeln, Naturkunstwerke mit Kindern legen.

Samhain – Übergang und Erinnerung

Samhain, das wir heute mit Halloween verbinden, fällt auf den 1. November und leitet die dunkle Jahreszeit ein. Es ist eine Zeit des Übergangs, der Ahnen und des Loslassens. Die Natur zieht sich zurück, und die Schleier zwischen den Welten sind laut Tradition dünn. Das Fest steht für Abschied, Ahnen und Wandel. Dabei zünden wir Kerzen für Verstorbene an, teilen Erinnerungen und begehen Rituale des Loslassens. Mit Kindern kann man sanft über Menschen oder Tiere sprechen, die fehlen. Halloween hat sich aus Samhain entwickelt und bringt heute das Thema Geister und Verkleidungen mit sich.

Räucheridee: Wacholder oder Beifuß – schützt, klärt und verbindet.

Feierideen: Kerzen anzünden, Erinnerungen teilen, kleine Loslass-Rituale, Dämmerungsspaziergänge im Herbst, Halloween-Spiele mit Kindern, Kürbisslaternen schnitzen.

Yule – Wintersonnenwende

Yule fällt um den 21. Dezember, die längste Nacht des Jahres. Gleichzeitig kündigt sich die Rückkehr des Lichts an. Das Fest steht für Hoffnung, Neubeginn und Licht. Traditionell zünden wir Kerzen an, basteln Naturdeko und erzählen Geschichten. Kinder können bei der Dekoration helfen, Kerzen anzünden und kleine Rituale erleben.

Räucheridee: Zimt, Fichte oder Tanne – wärmt, bringt Licht und Neubeginn.

Feierideen: Kerzen und Lichter anzünden, Winterdeko basteln, Geschichten erzählen, Spaziergänge im Winterwald, kleine Rituale mit Kindern.

Fazit: Jahreskreisfeste – eine Übersicht durchs Naturjahr

Diese Übersicht zeigt, wie die acht Jahreskreisfeste uns durchs Jahr begleiten und uns mit der Natur verbinden. Jedes Fest hat seine eigene Stimmung, Botschaft und viele Möglichkeiten, bewusst zu feiern. Die kleinen Rituale helfen dabei, kurz innezuhalten und zu spüren, welche Jahreszeit gerade ist. In unserer schnelllebigen Zeit ist das keine Übertreibung. Mir persönlich hilft es sehr, sonst rennt das Jahr unbemerkt an mir vorbei. Ob Kerzen anzünden, Naturmaterialien sammeln, kleine Rituale gestalten oder gemeinsam basteln.

All diese Aktivitäten machen den Rhythmus der Natur spürbar und lassen uns die Jahreszeiten bewusster erleben. Für Kinder sind sie eine wunderbare Gelegenheit, spielerisch die Natur zu entdecken und eigene Rituale zu entwickeln. Ich hoffe sehr, dass ich dich inspirieren konnte, die Veränderungen im Jahr ein wenig zu feiern. Momente der Dankbarkeit zu schaffen und die eigene Verbindung zur Natur zu stärken. So wird das Jahr zu einer Serie liebevoll gestalteter Augenblicke voller Staunen und Freude.

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