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Bis wann darf man Rhabarber ernten – und was passiert danach?

Rhabarberernte

Wenn Rhabarber anfängt seine kräftigen Stangen aus der erde zu schieben ist endlich der Frühling da. Die Saison geht los. Logisch, dass man den Rhabarber auch ernten will, solange etwas nachwächst. Klingt erst mal logisch, hat aber seine Tücken. Denn mit der Zeit verändern sich die Stangen, werden saurer, und auch die Pflanze selbst verliert an Kraft. Viele merken erst spät, dass es dafür eine klare Grenze gibt. Ein bestimmter Zeitpunkt spielt dabei eine wichtige Rolle und der hat einen guten Grund. Wer den kennt, holt nicht nur mehr Geschmack heraus, sondern tut auch seiner Pflanze langfristig etwas Gutes.

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Rhabarber nur bis zum Johannistag ernten

Rhabarber wird traditionell nur bis zum 24. Juni, dem Johannistag, geerntet. Diese Regel stammt aus einer Zeit, in der Gartenwissen vor allem aus Erfahrung weitergegeben wurde. Und sie hat bis heute ihre Berechtigung.

Zum einen verändert sich die Pflanze im Laufe der Saison. Je weiter der Sommer voranschreitet, desto mehr Oxalsäure lagert sich in den Stängeln ein. Der Geschmack wird deutlich saurer, manchmal fast unangenehm. Gleichzeitig nimmt die Bekömmlichkeit ab.

Noch wichtiger ist aber die Pflanzenlogik dahinter. Rhabarber gehört zu den mehrjährigen Stauden und braucht nach der Erntephase eine Ruhe- und Aufbauzeit. Ab Ende Juni beginnt er, Kraft zu sammeln. Für neue Wurzeln, kräftige Blätter und die nächste Saison. Wenn du jetzt weiter erntest, entziehst du ihm genau diese Energie. Die Folge zeigt sich oft erst im nächsten Jahr. Die Pflanze treibt schwächer aus, die Stangen bleiben dünn oder die Ernte fällt deutlich kleiner aus.

Der Johannistag ist also kein willkürliches Datum, sondern ein sinnvoller Richtwert. Er hilft dir, ein gutes Gleichgewicht zwischen Ernte und Pflanzenstärke zu halten.

Oxalsäure: Wie viel ist wirklich problematisch?

Oxalsäure klingt erst mal abschreckend, ist sie aber in normalen Mengen nicht. Sie kommt ganz natürlich auch in Spinat, Mangold oder Sauerampfer vor. Entscheidend ist, wie viel du davon aufnimmst.

Im jungen Rhabarber ist der Gehalt noch relativ gering. Deshalb sind die ersten Stangen im Frühjahr auch milder und bekömmlicher. Mit der Zeit steigt der Oxalsäuregehalt jedoch an. Vor allem in älteren, größeren Stangen und den Blättern (die du sowieso nicht essen solltest). Für gesunde Erwachsene ist gelegentlicher Rhabarbergenuss also überhaupt kein Problem. Mal ein Stück Kuchen, ein Kompott oder ein Glas Saft kannst du ohne schlechtes Gewissen genießen.

Wie so oft macht die Menge den Unterschied. Wenn du sehr viel davon isst, kann sich das durchaus bemerkbar machen. Manche reagieren dann mit leichtem Bauchweh oder einem komischen Gefühl im Magen. Das ist in der Regel harmlos und vergeht auch wieder. Etwas vorsichtiger sollten Menschen sein, die zu Nierenproblemen oder Nierensteinen neigen. Hier geht es weniger um akute Beschwerden nach dem Essen, sondern darum, dass Oxalsäure im Körper Prozesse begünstigen kann, die langfristig zu Problemen führen.

Das hemmt die Oxalsäure:

  • Rhabarber immer kochen oder backen, nicht roh essen.
  • Am besten mit kalziumreichen Lebensmitteln kombinieren (z. B. Milch, Joghurt, Vanillesoße ;)).

So erntest du Rhabarber richtig

Beim Rhabarber entscheidet die richtige Ernte darüber, wie gesund und kräftig deine Pflanze bleibt. Das wichtigste ist, Rhabarber niemals zu schneiden. Die Stangen werden mit einer leichten Drehbewegung herausgezogen. So verhinderst du, dass Reste stehen bleiben und anfangen zu faulen.

Ernte immer nur die äußeren, kräftigen Stangen und lass die jungen in der Mitte stehen. Die braucht die Pflanze, um weiter Energie zu produzieren. Als grobe Regel gilt, nie mehr als ein Drittel der Pflanze auf einmal ernten.

Wenn dein Rhabarber noch jung ist (im ersten oder zweiten Jahr), solltest du besonders zurückhaltend sein oder ganz auf die Ernte verzichten. So kann er sich gut etablieren.

Auf einen Blick…

✔️ Rhabarber braucht einen halbschattigen Platz
✔️ Im April sollte er schön gedüngt werden denn er ist ein Starkzehrer. Das bedeutet, dass er dem Boden besonders viel Nährstoffe entzieht und dementsprechend auch viel braucht. Kompost oder Pferdemist eignen sich hervorragend zum düngen, aber auch Hornspähne oder Kaffeesatz sind super. Diese werden einfach drum herum gestreut und in den Boden etwas eingearbeitet.
✔️ Der Rhabarber braucht 2-3 Jahre bis man eine gute Ernte bekommt
✔️ Blüten sollte man entfernen wenn man ihn nicht vermehren möchte. Denn die Kraft soll die Pflanze lieber in die Blätter stecken.
✔️ Geerntet wird er nicht mit dem Messer sondern er wird herausgezogen.
✔️Zum aufbewahren in feuchtes Küchenpapier einwickeln und in den Kühlschrank legen. Dann hält er sich ein paar Tage. Auf keinen Fall Alufolie verwenden, da die mit der Oxalsäure reagiert.

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